So, 13.10.02:
Bor. Mönchengladbach A - ALEMANNIA A 2:0 (0:0)
Melka - Flöth, Schulz-Winge, Embers (83. Jungwirth) - Plate, Gaede, Wynhoff (70. Miletic), Felgenhauer - Schwarz, Schlaudraff, Küntzel (74. Schuchardt)
(Trainer: Fach)
Memmersheim - Benthin, Schäfer, Rosin (88. Nesimi), Jaajoui, Caspers - Ferl, Marotta (82. Türkmen), Keller, Gunesch (90. Meven) - Iddi
(Trainer: Winkhold)

Zuschauer: 280 (ca. 40 aus Aachen)
Gelb: Schulz-Winge - Jaajoui

1:0 Schwarz (87.)
2:0 Memmersheim (91.; Eigentor)







Nach verkorkstem Saisonstart hatten die Amateure der Alemannia am zehnten Spieltag gegen Velbert endlich den ersten Sieg errungen und konnten mit gestärktem Selbstvertrauen in die folgenden Spiele gehen. Allerdings stand mit der Partie beim bisherigen Tabellenführer München Gladbach Amat. eine ganz schwere Aufgabe an. Während im Rheydter RSV-Stadion die letzten Lichter ausgegangen sind, ist beim benachbarten Verein für Turn- und Rasensport auch nicht wesentlich mehr Leben in der Bude. Trotz möglichen Regionalligaaufstiegs verloren sich nur rund 200 Zuschauer im weiten Rund des Grenzlandstadions. Im Vergleich zum Velbert-Spiel musste André Winkhold ohne die Profis Bediako, Bayock und Zimmermann auskommen, dafür stand Taofik Jaajoui nach abgelaufener Sperre (ein Spiel gab es für das in Cöln gesagte Wort "Arschloch") ebenso wieder zur Verfügung wie Daniel Rosin, der nach seiner Verletzung erste Spielpraxis sammeln sollte.
Die Alemannia hielt in der ersten Hälfte gut mit. Nach vorne lief zwar längst nicht so viel zusammen wie gegen Velbert, aber hinten stand man kompakt und ließ nur sehr wenige Torchancen des favorisierten Gastgebers zu. Nach zehn Minuten erzielte Marc Keller ein Abseitstor, auf der anderen Seite hatte Peter Wynhoff die erste gute Chance zur Führung, als ein Angriff durch die Mitte rollte und Wynhoff noch einen Gegenspieler umkurvte und aus 17 Metern abzog. Der Ball strich knapp am linken oberen Torwinkel vorbei. Nach einer knappen halben Stunde war es ein 18m-Schuss von Küntzel, der ansatzweise für Gefahr sorgte, ansonsten enttäuschten die TuRa-Amateure ihre Anhänger. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte ergab sich dann aus dem Nichts die bis dahin größte Chance. Nach einem langen Diagonalpass lief Peter Wynhoff alleine auf Dirk Memmersheim zu und schob den Ball mit all seiner Routine überlegt in die Arme unseres herausstürzenden Torhüters.
Nach der Pause wirkte der Tabellenführer wacher und setzte unsere Elf in der Anfangsphase gehörig unter Druck, so dass das 1:0 nur eine Frage der Zeit zu sein schien. Schlaudraff stand nach Meinung des schwachen Schiedsrichtergespanns bei einem langen Pass nicht im Abseits und tauchte aus spitzem Winkel frei vor Memmersheim auf, zielte aber am langen Eck vorbei. Einige Minuten später kam Gladbach über rechts. Eine Hereingabe in die Mitte wurde im letzten Moment geklärt, aber der Abpraller landete bei Schlaudraff. Dessen 20m-Schuss fischte Dirk Memmersheim mit einer Glanzparade aus dem Torwinkel. Die Alemannia hätte sich mittlerweile über einen Rückstand nicht beschweren können, bekam den Gegner aber nach einer Stunde wieder besser in den Griff. Ein Heber von Ralph Gunesch aus 25 Metern Torentfernung senkte sich von oben aufs Tornetz, auf der anderen Seite verzog Schulz-Winge aus 30 Metern nur knapp. 20 Minuten vor Schluss unterlief Torwart Melka eine Ecke von Christian Schäfer. Am langen Pfosten kam Daniel Ferl an den Ball, aber sein Kopfballaufsetzer wurde auf der Linie geklärt, und der Nachschuss von Marc Keller ging über das Tor. Zehn Minuten vor Schluss war das Unentschieden greifbar nah, und mit etwas Glück in den beiden folgenden Szenen wäre sogar mehr drin gewesen. Zunächst wurde Baba Iddi im Strafraum umgerissen, der sich allerdings aufgrund seines insgesamt viel zu häufigen Hinfallens über den ausbleibenden Pfiff nicht wundern darf. Eine Minute später spielte Iddi bei einem Konter rechts auf den mitlaufenden Schäfer. Der flankte direkt zurück auf Iddi, bei dessem Flugkopfball Torwart Melka eher zufällig im Weg stand und per Fußabwehr parieren konnte. Ein Drehschuss von Schlaudraff acht Minuten vor dem Ende ging links am Tor vorbei. Als Miletic fünf Minuten vor Schluss aus 23 Metern nur die Latte traf, schien die Angelegenheit fast schon überstanden zu sein. Allerdings waren unsere Spieler konditionell am Ende und versäumten es, Zeit zu schinden und den Spielfluss der Gladbacher zu stören. So kam, was kommen musste: Miletic war auf der rechten Seite durchgebrochen und legte den Ball von der Torauslinie nach innen. Dort erzielte Mario Schwarz aus kurzer Distanz mit der Hacke das Tor des Tages. Bei einem Konter in der Schlussminute überlief Schlaudraff Taofik Jaajoui und schob den Ball gegen den linken Pfosten. Dirk Memmersheim konnte seine Rückwärtsbewegung nicht rechtzeitig bremsen und stolperte das Leder zum 2:0 ins eigene Netz.
Wieder einmal hatte unsere Elf gut mitgespielt und am Ende doch verloren. Einerseits unglücklich, andererseits muss man sich auch fehlende Cleverness vorwerfen lassen. Wären Fußballspiele nach 45 Minuten beendet, hätten unsere Amateure schon 13 Punkte auf dem Konto. Leider sind es nur 5, und nach dem 4:1 (!) von Gürzenich gegen Düsseldorf bedeutet das den letzten Tabellenplatz. In den nächsten beiden etwas leichteren Spielen gegen Osterfeld und Victoria Cöln muss nun dringend gepunktet werden.



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