Fr, 12.05.06:
VfB Speldorf - ALEMANNIA II 2:2 (1:2)
Nijhuis - Synowiec, Bögüs, Janßen (58. Przybilla), Flöth, Kurt - Kovacic, Schirru (79. Theißen), Schmugge (71. Daftari) - Ferreira, Benedyk
(Trainer: Lusso)
Schell - Putzier, Henseler, Prüter, El Hammouchi - Balaban (92. Zitzen), Brüggemann, Popova, Moosmayer (93. Lehnen) - Heller, Rentmeister
(Trainer: Emmerling)

Zuschauer: 900 (ca. 20 aus Aachen)
Gelb: Flöth, Schirru, Synowiec - Henseler, Moosmayer, Balaban
Gelb-Rot: Przybilla (64.; Meckern)

0:1 Heller (2.; Moosmayer)
0:2 Moosmayer (5.; Brüggemann)
1:2 Benedyk (12.)
2:2 Ferreira (89.)









(Fotos: Richard)

Am drittletzten Spieltag trat die Alemannia beim Aufsteiger VfB Speldorf an. Der tradtionsreiche Mülheimer Vorortclub war 1935 mit Nationaltorwart Fritz Buchloh Gegner der Alemannia in der Aufstiegsrunde zur Gauliga Niederrhein gewesen. Auch heutzutage ist auf der "Blötte" noch einiges los, 900 Zuschauer bildeten eine für Oberligaverhältnisse prächtige Kulisse.
Die Gastgeber brauchten noch einen Punkt, um den Klassenerhalt auch rechnerisch unter Dach und Fach zu bringen. Die Alemannia zeigte derweil eindrucksvoll, was man unter "befreit aufspielen" versteht. Ein Freistoß von Tom Moosmayer prallte von der Mauer vor die Füße von Marcel Heller, und der traf das Leder aus knapp 20 Metern perfekt. Der Ball schlug zum 0:1 in den rechten oberen Winkel ein, und kurz darauf an gleicher Stelle zum 0:2. Dieses Mal hatte Tom Moosmayer vom linken Strafraumeck abgezogen, nachdem er bei einer Flanke von Uwe Brüggemann sträflich alleine gelassen wurde. Die Gastgeber zeigten sich wenig beeindruckt von den Aachener Schusskünsten. Der in der ersten Halbzeit stark aufspielende Thorsten Schmugge spazierte ungehindert durchs Aachener Abwehrzentrum und bediente Krzysztof Benedyk, der zum 1:2 ins rechte Eck traf. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade mal 12 Minuten gespielt. Dass nach 90 Minuten keine 20 Tore gefallen waren, liegt nur an der beiderseitig verbesserungswürdigen Chancenverwertung. So marschierte Thorsten Schmugge über die linke Seite und bediente am Elfmeterpunkt Damiano Schirru, dessen Schuss Daniel Schell mit den Fingerspitzen gegen die Latte lenkte. Nicht ganz so gut sah Schell Minuten später aus, als er Rafael Snyowiec anschoss, von dem der Ball beinahe ins Tor geprallt wäre. Die Gastgeber übernahmen allmählich das Kommando. Thorsten Schmugge versuchte zweimal, den weit vor seinem Tor stehenden Daniel Schell zu überlisten, setzte seine Heber aber einmal zu hoch und einmal zu niedrig an. Nach Steilpass von Damiano Schirru setzte Marco Ferreira den Ball aus halbrechter Position mit dem linken Außenrist am linken Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite konnte Torwart Gregor Nijhuis einen Kopfball von Michael Rentmeister nach Flanke von Heinz Putzier gerade noch um den Pfosten lenken.
Mit etwas weniger Tempo, aber anderweitig unterhaltsam ging es in die zweite Halbzeit. Andreas Przybilla verstrickte sich beim Aufwärmen in ein Streitgespräch mit einem Aachener Zuschauer, wurde eingewechselt, sah sechs Minuten später Gelb für ein Foul, verstrickte sich ein Streitgespräch mit dem Schiedsrichter und sah Gelb-Rot. Es wurde zwischenzeitlich hektisch, und der Unparteiische hatte die Angelegenheit nicht immer unter Kontrolle, aber zumindest die Alemannia schien die Partie nach einer Kopfballchance von Yasar Kurt wieder unter Kontrolle zu haben. Nach Doppelpass mit Faton Popova spitzelte Yunus Balaban den Ball rechts am Tor vorbei. Drei Minuten später stand Michael Rentmeister nach Vorarbeit von Tom Moosmayer in zentraler Position frei vor dem Tor, schob den Ball aber knapp am linken Pfosten vorbei. Faton Popova schoss den Ball aus 15 Metern über die Latte, und Sören Prüter köpfte den Ball nach Ecke von Faton Popova in die Arme des Torwarts. Das rächte sich wieder einmal, und allmählich überraschte es keinen der mitgereisten Anhänger mehr: Zum neunten Mal in dieser Saison wurden in der Schlussviertelstunde noch Punkte abgegeben, wieder konnte man die nötige Konzentration nicht bis zum Schlusspfiff aufrecht erhalten. Marco Ferreira wurde nahe der linken Eckfahne nicht konsequent genug angegriffen, zog einige Meter nach innen und schlenzte den Ball zum 2:2 in den rechten Winkel.
"Nie mehr Verbandsliga" sangen die heimischen Fans nun, und auch die Mannschaft feierte nach Schlusspfiff ausgiebig mit den Zuschauern den Klassenerhalt. Der sei ihnen gegönnt, denn Speldorf gehört sicher zu den lohnenderen Auswärtsfahrten in der Oberliga. Für die Alemannia geht es am Samstag mit dem Heimspiel gegen Union Solingen weiter. Wichtiger ist am darauffolgenden Mittwoch (24.5.) das Pokalfinale bei Bayer Leverkusen.



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