Sa, 04.11.06:
ALEMANNIA - VfB Stuttgart 2:4 (1:2)
Nicht - Pinto (65. Fiel), Herzig, Sichone (69. Klitzpera), Leiwakabessy - Lehmann, Reghecampf, Rösler, Dum - Schlaudraff, Ebbers (65. Ibisevic)
(Straub - Stehle, Noll / Frontzeck)
Hildebrand - Osorio, Tasci, Delpierre, Boka - Pardo, Hilbert, da Silva (65. Gentner), Hitzlsperger (58. Khedira) - Gomez, Streller (70. Bierofka)
(Langer - Babbel, Magnin / Veh)

Zuschauer: 20800 (ausverkauft; ca. 2000 aus Stuttgart)
Gelb: Pinto - da Silva, Hitzlsperger, Delpierre

0:1 Gomez (24.)
0:2 Hitzlsperger (26.)
1:2 Rösler (28.; Dum)
1:3 Streller (46.)
1:4 Streller (63.)
2:4 Ibisevic (86.; Schlaudraff, Reghecampf)





(Fotos: Richard)





(Foto: Richard)







(Fotos: Richard)





Nach den beiden ernüchternden Pleiten gegen Cottbus und Bielefeld sollte das Heimspiel gegen Stuttgart richtungsweisend werden. Mit dem VfB wartete ein dicker Brocken: Die Mannschaft von Armin Veh war seit dem dritten Spieltag unbesiegt und zudem bisher auswärts stärker als in der heimischen Adolf-Hitler-Kampfbahn. Zu allem Überfluss zeigte sich wieder einmal, dass die Bundesliga neben schweren Gegnern noch weitere Tücken zu bieten hat: Zunächst wurde man rund ums Spiel wurde man an allen Ecken mit Arena-Werbung von Handzetteln bis zur T-Shirt-Kanone penetriert. Wofür Arena, man kann es ja live im Stadion sehen, mochte man da noch gedacht haben, bis im Stadion der Gewinnertitel irgendeines merkwürdigen AKV-Chartbreaker-Helloween-Party-Wettbewerbs nahegebracht wurde (wie mögen wohl erst die Verlierertitel geklungen haben?). Auf dem Sofa mit Arena hätte man den Ton abdrehen können. Die nächsten Unpässlichkeiten gab es bei der Mannschaftsaufstellung. Reiner Plaßhenrich war nicht einsatzfähig und wurde durch Matthias Lehmann ersetzt, zudem stand wie selbstverständlich erneut Kristian Nicht im Tor.
Entsprechend allen Befürchtungen gehörte dem VfB die Anfangsphase, nach zehn Minuten hatten die Gäste sich schon vier Ecken und zwei Freistöße in Strafraumnähe erarbeitet. Die Alemannia brauchte eine Viertelstunde, um halbwegs ins Spiel zu finden, wobei unserer Mannschaft außer Einzelaktionen von Sascha Dum oder hohen Bällen auf Rösler und Ebbers nichts wesentliches einfiel. Einen dieser hohen Bälle leitete Sascha Rösler weiter zu Marius Ebbers, der aus vier Metern voll draufhielt und nicht das Tor, aber immerhin die Fresse von Timo Hildebrand traf. Der VfB blieb jedoch die deutlich gefährlichere Mannschaft. Mitte der ersten Hälfte wurden die Schwaben bei einer Kombination über viele Stationen von der Mittellinie weg nicht konsequent gestört. Über Hilbert, Gomez und Streller lief der Ball zurück zu Mario Gomez, der am Sechzehnmeterraum Jeffrey Leiwakabessy alt aussehen ließ und zum 0:1 ins linke Eck traf. Nur zwei Minuten später kam es noch dicker. Während unsere Mannschaft auch aus kurzer Entfernung am Torwart scheitert, traf der Gegner erneut aus der Distanz. Thomas Hitzlsperger hatte 25 Meter vor dem Tor viel Platz und traf mit einem Aufsetzer zum 0:2 ins rechte Eck. Immerhin gab es kurz darauf wieder Hoffnung, als Sascha Dum zwei Stuttgarter stehen ließ und zurück auf Sascha Rösler legte, der Timo Hildebrand knapp zum 1:2 verfehlte. Marco Streller hätte mit einem Kopfball nach Flanke Gomez noch vor der Pause den alten Abstand wiederherstellen können.
Dafür sorgte keine Minute nach dem Wechsel die Schlafmützigkeit unserer Hintermannschaft. Moses Sichone lief gegen Mario Gomez zu spät los, ließ sich mit einem kurzen Tempowechsel abhängen, und Nico Herzig stand viel zu weit weg von Marco Streller, der zum vorentscheidenden 1:3 traf. Nach 63 Minuten war die Partie endgültig entschieden. Arthur Boka war der Alemannia über links entwischt und flankte auf Marco Streller, der aus kurzer Distanz zwar in Richtung Kristian Nicht köpfte, der aber rechtzeitig Platz machte. Während sich die Tribüne langsam aber sicher leerte (gab es wieder eine Helloween-Party o.ä, zu der niemand zu spät kommen wollte?), vergab die Alemannia noch Chancen durch die eingewechselten Cristian Fiel und Vedad Ibisevic, der kurz vor Schluss nach Flanke Reghecampf schließlich doch noch zum 2:4 traf. Immerhin war die Mannschaft nicht komplett auseinandergebrochen wie in Bielefeld und ersparte uns ein Debakel.
Auch so stimmt die deutliche Unterlegenheit und Chancenlosigkeit im eigenen Stadion bedenklich, nach der dritten Heimniederlage im fünften Spiel wird die Alemannia im Eiltempo in Richtung Abstiegsränge durchgereicht. Auch nach Dortmund - ohne den gegen Stuttgart wirkungslosen Jan Schlaudraff - fährt die Alemannia nicht gerade als Favorit.

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